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Assistierte Telemedizin in Apotheken: Was jetzt über den Erfolg entscheidet

Seit dem 1. Juli 2026 können Apotheken assistierte Telemedizin anbieten und abrechnen. Im Interview mit Healthcare Digital ziehen Apotheker Stefan Göbel und MEDIVISE-Geschäftsführer Dr. med. Thorsten Hagemann eine erste Zwischenbilanz. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen aus der Praxis, die Voraussetzungen für einen sicheren Ablauf und die künftige Rolle der Apotheke in der Versorgung.

Seit wenigen Wochen ist assistierte Telemedizin eine reguläre und vergütete Leistung in Apotheken. Damit beginnt ein neuer Abschnitt für die Versorgung vor Ort. Wie der Einstieg in der Praxis gelingt, welche Hürden noch bestehen und worauf Apotheken jetzt achten sollten, zeigt ein ausführliches Interview im Fachportal Healthcare Digital.

Im Gespräch kommen zwei Perspektiven zusammen: Stefan Göbel, Inhaber der Brücken Apotheke Heringen, berichtet aus einem frühen Pilotbetrieb. Dr. med. Thorsten Hagemann, Geschäftsführer von MEDIVISE und früherer Leiter der Stabsstelle eHealth der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, ordnet die medizinischen, organisatorischen und technischen Anforderungen ein.

Assistierte Telemedizin ist mehr als eine Videosprechstunde

Eine zentrale Erkenntnis des Interviews lautet: Assistierte Telemedizin ist kein zusätzliches digitales Einzelangebot, sondern ein neuer Versorgungsprozess in der Apotheke. Vor der ärztlichen Videosprechstunde steht bei unbekannten Patientinnen und Patienten die strukturierte Ersteinschätzung. Hinzu kommen Datenschutz, Dokumentation, Abrechnung, Qualitätsmanagement und die klare Trennung der pharmazeutischen und ärztlichen Aufgaben.

Thorsten Hagemann bringt es im Interview auf den Punkt: „Assistierte Telemedizin ist kein Laptop-Projekt. Sie ist eine neue, regulierte Leistung.“

Apotheken benötigen deshalb mehr als einen Rechner mit Kamera. Entscheidend ist eine praktikable Lösung für die gesamte Prozesskette, die sich verlässlich in den Alltag integrieren lässt und die rechtlichen sowie technischen Anforderungen erfüllt.

Das Team entscheidet über den Erfolg

Stefan Göbel beschreibt eine Erfahrung, die für viele Apotheken besonders relevant sein dürfte: Die größte Hürde war zunächst nicht die Technik, sondern die Einbindung des eigenen Teams. Wer assistierte Telemedizin anbieten möchte, muss die Mitarbeitenden frühzeitig mitnehmen, Abläufe gemeinsam definieren und Sicherheit im Umgang mit dem neuen Angebot schaffen.

Auch die Rollen müssen klar sein. Die Apotheke unterstützt die Patientinnen und Patienten bei der Nutzung, die medizinische Beurteilung und Behandlung liegt beim zugeschalteten Arzt. Die Assistenz ist der Kern der Leistung, die Technik das Werkzeug dafür.

Vom konkreten Bedarf der Patienten ausgehen

Das Interview zeigt zugleich, welchen unmittelbaren Nutzen das Angebot entfalten kann. Gerade ältere Menschen, technisch unsichere Patientinnen und Patienten oder Menschen ohne geeignetes Endgerät erhalten in der Apotheke einen zusätzlichen Zugang zu ärztlicher Versorgung. In Regionen mit langen Wegen, einer ausgedünnten Praxisstruktur oder begrenzter Terminverfügbarkeit kann das eine konkrete Versorgungslücke schließen.

Dabei ersetzt assistierte Telemedizin weder die Arztpraxis noch die persönliche Behandlung. Sie schafft einen zusätzlichen, strukturierten Zugang und sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten bei Bedarf in die passende weitere Versorgung geleitet werden.

Offenheit und Erweiterbarkeit werden wichtiger

Für den Einstieg empfiehlt es sich, nicht nur auf die aktuelle Technik zu schauen. Die Lösung sollte unterschiedliche ärztliche Partner und zertifizierte Videodienste einbinden können, die freie Arztwahl berücksichtigen und sich an künftige Leistungen anbinden lassen. Denn die Entwicklung reicht über die heutige Videosprechstunde hinaus.

Apotheken können sich zunehmend zu Orten entwickeln, an denen Menschen digitale Gesundheitsangebote mit persönlicher Unterstützung nutzen. Weitere telemedizinische Leistungen, die elektronische Patientenakte und künftig auch KI-gestützte Systeme werden diesen Wandel begleiten. Dafür braucht es technische Strukturen, die offen und erweiterbar angelegt sind.

Die vollständige Zwischenbilanz bei Healthcare Digital

Welche Erfahrungen Stefan Göbel seit dem Start seines Pilotbetriebs gemacht hat, welche Anforderungen Apotheken konkret erfüllen müssen und warum assistierte Telemedizin kein Nischenangebot bleiben wird, erläutern beide Gesprächspartner im vollständigen Interview.

Healthcare Digital: Assistierte Telemedizin: eine Zwischenbilanz

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