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DAZ und Healthcare Digital berichten über das MEDIVISE Whitepaper. Was Apotheken zu freier Arztwahl, Ersteinschätzung und sicheren Prozessen wissen müssen.

Die Deutsche Apotheker Zeitung und Healthcare Digital greifen das MEDIVISE Whitepaper zur assistierten Telemedizin auf. Beide Beiträge zeigen: Die entscheidenden Fragen beginnen vor der Videosprechstunde. Es geht um Patientensicherheit, freie Arztwahl, Datenschutz und einen regulatorisch belastbaren Prozess.

Seit dem 1. Juli 2026 können Apotheken assistierte Telemedizin anbieten und abrechnen. Damit entsteht ein neuer Zugang zur ärztlichen Versorgung. Vor allem Menschen, die digitale Angebote nicht selbstständig nutzen können oder keinen geeigneten Zugang haben, erhalten Unterstützung an einem vertrauten Ort.

Doch die neue Leistung ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Ein Computer, eine Kamera und der Zugang zu einer Videosprechstunde genügen nicht. Entscheidend ist, wie der gesamte Versorgungsprozess organisiert wird.

Genau diesen Punkt greifen aktuell gleich zwei Fachmedien auf.

Healthcare Digital zieht eine erste Zwischenbilanz. Stefan Göbel, Inhaber der Brücken Apotheke Heringen, und Dr. med. Thorsten Hagemann, Geschäftsführer von MEDIVISE, berichten über die ersten Erfahrungen aus dem Apothekenalltag.

Die Deutsche Apotheker Zeitung konzentriert sich auf die freie Arztwahl. Der Beitrag zeigt, warum die technische und organisatorische Ausgestaltung einer Lösung darüber entscheidet, ob Patientinnen und Patienten tatsächlich eine nachvollziehbare ärztliche Auswahl haben.

DIE VIDEOSPRECHSTUNDE IST NUR EIN TEIL DES PROZESSES

Assistierte Telemedizin beginnt nicht mit dem Anruf beim Arzt. Zunächst muss geklärt werden, ob die versicherte Person die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt. Bei Patientinnen und Patienten, die der behandelnden Praxis bislang unbekannt sind, muss der Vermittlung grundsätzlich eine strukturierte Ersteinschätzung vorausgehen.

Ergibt diese Ersteinschätzung, dass eine Videosprechstunde nicht geeignet ist, muss die versicherte Person an eine passende Versorgungsstruktur verwiesen werden. Das kann eine Arztpraxis, der ärztliche Bereitschaftsdienst, eine Notaufnahme oder der Rettungsdienst sein.

Hinzu kommen weitere Anforderungen. Die Apotheke benötigt einen vertraulichen Raum, eingewiesenes Personal, klare Zuständigkeiten im Qualitätsmanagement und eine sichere technische Umgebung. Datenschutz, Datenlöschung, Dokumentation und Abrechnung müssen ebenso geregelt sein wie der Umgang mit technischen Störungen.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht: Funktioniert die Kamera?

Die zentrale Frage lautet: Funktioniert der gesamte Prozess?

FREIE ARZTWAHL IST KEINE FORMALITÄT

Die DAZ beleuchtet einen besonders sensiblen Punkt. Apotheken dürfen Patientinnen und Patienten nicht in einen bestimmten ärztlichen Kanal lenken. Die freie Arztwahl sowie die Zuweisungs-, Absprache- und Makelverbote müssen auch bei der assistierten Telemedizin gewahrt bleiben.

In der Praxis ist das anspruchsvoll. Viele Lösungen arbeiten mit einem festen ärztlichen Pool. Das kann eine schnelle Verfügbarkeit ermöglichen. Ist die Apotheke jedoch ausschließlich an dieses Angebot gebunden, kann die Auswahl für Patientinnen und Patienten faktisch verengt werden.

Gleichzeitig nutzen regionale Praxen häufig bereits eigene zertifizierte Videodienste. Sie werden kaum für jede einzelne Kooperation ein zusätzliches System einführen wollen.

Die Lösung kann deshalb nicht darin bestehen, dass das Apothekenteam zahlreiche Einzelsysteme parallel bedient. Benötigt wird eine integrierte Infrastruktur, die unterschiedliche ärztliche Partner und deren vorhandene Videodienste einbinden kann. So lässt sich die ärztliche Auswahl transparent gestalten und regionale Versorgung besser anschließen.

Ob die freie Arztwahl im Einzelfall gewahrt wird, entscheidet der konkrete Informations-, Auswahl- und Vermittlungsprozess. Eine partneroffene technische Architektur schafft dafür wesentlich bessere Voraussetzungen als ein geschlossenes System.

AUS REGULIERUNG MUSS EIN PRAKTIKABLER ABLAUF WERDEN

Die regulatorischen Anforderungen sind umfangreich. Sie sind aber lösbar.

Genau hier setzt MEDIVISE an. Wir verstehen assistierte Telemedizin nicht als Anschaffung eines Endgeräts, sondern als neuen Versorgungsprozess. Unsere Aufgabe ist es, strukturierte Ersteinschätzung, ärztlichen Zugang, freie Auswahl, Datenschutz, IT-Sicherheit, Dokumentation, Abrechnung und Support in einem praktikablen Ablauf zusammenzuführen.

Die technische Lösung muss sich an den Abläufen von Apotheke und Ärzteschaft orientieren. Sie sollte unterschiedliche Partner integrieren können und offen für weitere telemedizinische Leistungen bleiben. Die Apotheke darf mit der Umsetzung nicht allein gelassen werden.

Oder, wie Thorsten Hagemann es im Gespräch mit Healthcare Digital formuliert:

„Assistierte Telemedizin ist kein Laptop-Projekt. Sie ist eine neue, regulierte Leistung.“

EIN WHITEPAPER AUS DREI PERSPEKTIVEN

Das Whitepaper „Assistierte Telemedizin in Apotheken sicher umsetzen“ wurde von Apotheker Stefan Göbel, dem Arzt und Digitalisierungsexperten Dr. med. Thorsten Hagemann sowie dem Gesundheitsrechtler Dr. Hannes Kern verfasst.

Es verbindet die apothekenpraktische, medizinische und rechtliche Perspektive. Behandelt werden unter anderem:

  1. die Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsvarianten
  2. die strukturierte Ersteinschätzung
  3. die freie Arztwahl und klare Rollenverteilung
  4. Datenschutz und IT-Sicherheit
  5. räumliche und technische Voraussetzungen
  6. Dokumentation, QMS und Abrechnung
  7. Anschlussversorgung und regionale Vernetzung
  8. Zukunfts- und Partneroffenheit der eingesetzten Lösung

Das Whitepaper ist bewusst anbieterunabhängig formuliert. Es soll Apotheken dabei unterstützen, unterschiedliche Lösungsansätze fundiert zu prüfen und die neue Leistung sicher in ihren Alltag zu integrieren.

Hier könnten Sie das Whitepaper kostenfrei anfordern

Die Presseberichte zum Thema:

Deutsche Apotheker Zeitung: Telemedizin in Apotheken: Wie gelingt die freie Arztwahl?

Healthcare Digital: Assistierte Telemedizin: eine Zwischenbilanz